Mittwoch, 11. November 2026 | 10:00 bis 16:30 Uhr
Hotel Schützenhof, Windecker Straße 2, 53783 Eitorf
Die Kinder- und Jugendhilfe steht unter erheblichem Veränderungsdruck. Steigende fachliche Anforderungen, knapper werdende Ressourcen, komplexe Hilfebedarfe und aktuelle gesetzgeberische Entwicklungen stellen öffentliche und freie Träger gleichermaßen vor große Herausforderungen. Davon ist auch die Individualpädagogik unmittelbar betroffen.
Mit unserem Fachtag möchten wir unterschiedliche Perspektiven aus öffentlicher und freier Jugendhilfe, Wissenschaft, Recht, Praxis und Selbstvertretung zusammenbringen. Gemeinsam wollen wir aktuelle Entwicklungen analysieren und der Frage nachgehen, wie eine bedarfsgerechte, fachlich tragfähige und verlässliche Kinder- und Jugendhilfe auch unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen gestaltet werden kann.
Dabei soll es ausdrücklich nicht allein um die Individualpädagogik gehen. Vielmehr nehmen wir die gegenwärtigen strukturellen und gesetzlichen Veränderungen der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt in den Blick: Welche Auswirkungen haben Reformen und zunehmender ökonomischer Druck auf die Hilfen zur Erziehung? Wie verändern sich Hilfeplanung, Steuerung und Entscheidungsprozesse? Welche Folgen ergeben sich für öffentliche und freie Träger – und vor allem für junge Menschen und ihre Familien?
Im Mittelpunkt stehen der offene fachliche Austausch, die gemeinsame Analyse aktueller Entwicklungen und die Suche nach konstruktiven Handlungsperspektiven.
Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner
Experte für Kinder- und Jugendhilferecht. Er wird die Entwicklung des SGB VIII, zentrale Reformschritte und aktuelle gesetzliche Veränderungen aus fachrechtlicher Perspektive einordnen und ihre Bedeutung für die Individualpädagogik beleuchten.
Björn Rosigkeit | Jugendamt Gelsenkirchen
Er bringt die Perspektive des öffentlichen Trägers ein und wird sich mit den praktischen Auswirkungen aktueller Reformen, mit Kostendruck, Steuerungsfragen und dem Umgang mit besonders komplexen Hilfebedarfen befassen.
Prof. Dr. Michael Macsenaere | IKJ – Institut für Kinder- und Jugendhilfe
Als wissenschaftlicher Direktor des IKJ wird er die Frage aufgreifen, wie sich aktuelle Reformen und zunehmende Ökonomisierung auf bekannte Wirkfaktoren in den Hilfen zur Erziehung auswirken können.
Theresa Böcke | Careleaver e. V.
Sie bringt die Perspektive von Menschen mit eigener Jugendhilfeerfahrung ein und richtet den Blick auf die möglichen Auswirkungen aktueller Veränderungen aus Sicht ehemaliger Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe.
Jessica Popinski | mitreiser
Sie vertritt die Perspektive der individualpädagogischen Praxis und bringt Erfahrungen aus der unmittelbaren Arbeit mit jungen Menschen und aus individualpädagogischen Reiseprojekten ein.
Petra Quast | Quast Beratung
Die systemische Supervisorin und Coachin verfügt über langjährige Erfahrung in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Sie bringt insbesondere die Perspektive von Fachkräften und Leitung in Jugendämtern sowie ihre Erfahrungen aus Beratungs- und Veränderungsprozessen ein.
Uhrzeit |
Programmpunkt |
| 10:00 Uhr | Ankommen, Stehkaffee und Snack |
| 10:30 Uhr | Begrüßung und Einführung |
| 10:45–11:25 Uhr | Vortrag Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Wiesner – Entwicklung des SGB VIII, zentrale Reformen und aktuelle Neuerungen mit Blick auf die Individualpädagogik |
| 11:25–11:35 Uhr | Rückfragen und Diskussion |
| 11:35–11:45 Uhr | Pause |
| 11:45–12:25 Uhr | Vortrag Björn Rosigkeit – Auswirkungen aktueller Reformen aus Sicht eines öffentlichen Trägers: Kostendruck, kommunale Steuerung und der Umgang mit komplexen Hilfebedarfen |
| 12:25–12:35 Uhr | Rückfragen und Diskussion |
| 12:35–13:30 Uhr | Mittagspause / gemeinsames Mittagessen |
| 13:30–14:10 Uhr | Vortrag Prof. Dr. Michael Macsenaere – Wirkfaktoren der Hilfen zur Erziehung unter Reform- und Ökonomisierungsdruck |
| 14:10–14:20 Uhr | Rückfragen und Diskussion |
| 14:20–14:50 Uhr | Kaffeepause |
| 14:50–16:20 Uhr | Podiumsdiskussion: Jugendhilfe gemeinsam weiterdenken – mit Petra Quast, Jessica Popinski und Theresa Böcke sowie weiteren Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft und Jugendhilfe |
| 16:20–16:30 Uhr | Zusammenfassung, Ausblick und Verabschiedung |
| 16:30 Uhr | Ende der Veranstaltung |
In der Podiumsdiskussion möchten wir unter anderem der Frage nachgehen, welche Veränderungen bereits in der Praxis spürbar sind, welche Folgen für Fachkräfte und junge Menschen zu erwarten sind und welche Anforderungen an eine zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe gestellt werden müssen. Dabei soll der Blick ausdrücklich nicht nur auf Risiken und Belastungen gerichtet werden, sondern auch auf Handlungsspielräume, Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten.
Die Teilnahme am Fachtag ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung.
Anmeldungen sind per E-Mail an info@aim-ev.de unter dem Betreff
„Anmeldung AIM-Fachtag 2026“ möglich.
Weitere Gäste und Programmdetails werden laufend ergänzt.
Die jeweils aktuellen Informationen finden Sie auf dieser Seite.
Wir freuen uns auf einen offenen, fachlich fundierten und lösungsorientierten Austausch mit Vertreter*innen aus Jugendämtern, freien Trägern, Fachverbänden, Wissenschaft, Fachpolitik und Selbstvertretung.